Mittwoch, 22. Oktober 2014

Die Auserwählten im Labyrinth ("Maze Runner") ~ James Dashner

Autor: James Dashner
Verlag: Carlsen
Seiten: 490
Ausgabe: 01.04.2013
ISBN: 978-3-551-31231-0
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Ein Junge wacht in einem ratternden Aufzug auf und erinnert sich nur noch an eine Sache. Seinen Namen: Thomas.
Der Aufzug bringt ihn auf eine Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth, zu ca. 40 anderen Jungen in seinem Alter, die sich Lichter nennen. Auch ihnen fehlt die komplette Erinnerung, wie sie dort hingekommen sind, fest steht nur eins: Sie müssen irgendwie den Ausweg aus dem Labyrinth finden und genau das versuchen sie seit 2 Jahren.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, wimmelt das Labyrinth auch noch von sogenannten Griewern, die nur darauf aus sind, alle Lichter zu töten, die sich ins dort hinein wagen.
Zwei Tage nach Thomas' Ankunft gelangt ein Mädchen auf die Lichtung, das sich an Thomas erinnert, und von da an verändert sich alles. Griewer erscheinen auf der Lichtung, die Sonne verschwindet und die Essensvorräte werden knapp. Thomas und die anderen haben erkannt: Sie müssen sofort einen Weg aus dem Labyrinth finden, sonst werden sie alle sterben.

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Ich war wirklich gespannt auf das Buch, nachdem ich den Trailer zur Verfilmung "Maze Runner" gesehen habe. Hörte sich ein bisschen an wie Panem, dementsprechend hatte ich auch hohe Erwartungen.
Diese werden am Anfang auch erfüllt. Thomas gelangt auf die Lichtung, lernt das Leben dort kennen und man fiebert als Leser auch richtig mit. Das Labyrinth wirkt bedrohlich, man versteht den Sinn des Ganzen noch nicht so ganz und kommt nicht mehr von dem Buch los.
Doch nach ca. 300 Seiten fängt "Die Auserwählten im Labyrinth" allmählich an zu schwächeln.
Ein Kritikpunkt ist, dass mir ein bisschen das "magische, bedrohliche" des Labyrinths gefehlt hat. Zu Beginn erwartet man ein bisschen ein Labyrinth wie in Harry Potter 4 oder vielleicht auch Percy Jackson, aber das bedrohliche geht in diesem Fall nach und nach verloren. Natürlich bewegen sich die Wände und es sind Griewer drin, aber etwas Überraschendes passiert da eigentlich nie. Das finde ich persönlich ziemlich schade, weil ein Labyrinth eigentlich so viel Möglichkeiten bietet.

Als zweiten Kritikpunkt muss ich anbringen, dass ich mich mit dem Ende einfach nicht richtig anfreunden kann. Ohne zu spoilern: Ja, es gibt mehr oder weniger eine Auflösung. Aber die ist einerseits nicht vollständig und will den Leser dazu bringen, die weiteren Bände zu lesen, und andererseits passt sie meiner Meinung nach irgendwie nicht dazu. James Dashner hat mit der Geschichte eine etwas andere Richtung eingeschlagen, als ich gehen wollte. (Und den Mord eines speziellen Charakters werde ich ihm vermutlich nie verzeihen.)
Um noch etwas Positives zu sagen: Die Spannung geht trotz allem nie verloren. Ich habe an dem Buch geklebt bis zu den letzten Worten.

Es wird sicher viele Leser geben, die das Buch lieben werden! Es ist spannend, mitreißend und hat viel Action. Aber mir hat einfach das Gesamtpaket nicht ganz gefallen... man kann es ein bisschen mit einer versuchten Mischung aus "Die Auswahl", "Panem" und evtl. ein bisschen "Legend" vergleichen, ohne große Liebesgeschichte.
Nichts desto Trotz: Ich kann verstehen, wenn es viele Fans der Reihe gibt!

Filmtrailer: