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Freitag, 9. März 2018

SCYTHE - Der Zorn der Gerechten – Neal Shusterman

"Citra hat es geschafft. Sie wurde auserwählt und als Scythe entscheidet sie jetzt, wer leben darf und wer sterben muss.
Doch als wenn das nicht schon schwer genug wäre, übernehmen skrupellose Scythe die Macht und stellen neue Regeln auf. Die wichtigste Regel lautet, dass es ab jetzt keine Regeln mehr gibt.
So beginnt Citras Kampf für Gerechtigkeit. Ein Kampf, den sie nur gemeinsam gewinnen kann mit ihrer großen Liebe Rowan." (Klappentext)

Autor: Neal Shusterman
Verlag: FISCHER Sauerländer
Seiten: 544
Ausgabe: 2018
ISBN: 9783737355070
kaufen: buecher.de ~ thalia.de

Erster Satz: "Was für ein Glück, dass ich zu den Empfindungsfähigen zähle und meinen Zweck kenne."

Rezension:

Ich habe den ersten Band zwar nicht selbst gelesen, aber nur Gutes über ihn gehört. Als ich diese Neuerscheinung dann in die Hände bekam, dachte ich, ich lese einfach mal rein, ohne hohe Erwartungen oder das feste Ziel, das Buch tatsächlich zu beenden – wie man sich irren kann.

Handlung & Idee:
Die Geschichte spielt in der Zukunft. Alle Menschen sind dank neuesten Technologien nahezu unsterblich. Nahezu, da eine Gruppe Beauftragter, die Scythe, vereinzelte Nachlesen durchführen und Menschen gezielt und ohne rechtliche Konsequenzen töten, um die Überbevölkerung zu verhindern. Ein fast allgegenwärtiges technisches Computersystem namens Thunderhead beobachtet und organisiert zudem das gesamte Leben der Menschen. Das Hauptproblem in diesem Band der Reihe sind neue Gruppierungen von Scythes, die gerne ohne Regeln ihrem Spaß am Töten nachgehen würden. Es kommt zu vielen Intrigen und Bedrohungen, mittendrin die junge Scythe Anastasia. Neal Shusterman ist es gelungen, eine rundum durchdachte, erschreckende Zukunftsvision zu gestalten, die zugleich Faszination und Beklommenheit beim Leser hervorruft, da die Handlung zwischenzeitlich durchaus düster und etwas schockierend verläuft.
4 / 5

Charaktere:
Trotz der hohen Anzahl an auftretenden Charakteren verliert der Leser überraschenderweise nicht den Überblick. Die Personen sind sehr facettenreich gestaltet und wachsen in einigen Fällen dramatisch über sich hinaus. Die meisten von ihnen durchleben eine derart authentische und dennoch bewundernswert durchdachte Entwicklung, dass ich in dieser Kategorie nur den Hut vor dem Autor ziehen kann.
5 / 5

Schreibstil & Spannung:
Neal Shusterman ist ein Meister, wenn es darum geht, den Leser nicht mehr loszulassen. Er erzählt die Geschichte flüssig aus mehreren scheinbar unzusammenhängenden Perspektiven – unter anderem auch aus der Sicht des Thunderheads –, die sich im Laufe der Geschichte dennoch zu einem großen logischen Puzzle zusammensetzen.
Die verschiedenen Handlungsstränge stehen mal mehr, mal weniger miteinander in Verbindung und bauen die Spannung Stück für Stück weiter auf, bis sich auf den letzten Seiten alles mit einer gewaltigen Explosion entlädt – um den Leser dann dennoch allein am Rande der Klippe hängen zu lassen.
5 / 5
 
SCYTHE – Der Zorn der Gerechten ist eine unglaublich spannende Erzählung über eine düstere Welt – voller Intrigen, Bedrohungen & tiefgehenden Gedanken über den selbstzerstörerischen Drang der Menschheit.



Meine Bewertung:


Dienstag, 12. September 2017

AQUILA - Ursula Poznanski

Ein Auslandssemester im italienischen Siena sollte eine lustige Zeit voller Spaß und Abenteuer für die 19-jährige Nika werden – doch dann kommt alles anders ...

Als sie eines Tages in ihrem WG-Zimmer aufwacht beginnt für sie ein wahrgewordener Alptraum: ohne Erinnerung an die letzten zwei Tage muss sie sich mit rätselhaften Botschaften und Drohungen auseinandersetzen. Ihr Handy, Pass oder Wohnungsschlüssel ist nicht zu finden und auch von ihrer Mitbewohnerin Jenny fehlt jede Spur ... was ist passiert? Was hat sie getan?

Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Seiten: 425
Ausgabe: 2017
ISBN: 9783785586136
kaufen: buecher.de ~ thalia.de

Erster Satz: "Metall war das erste Wort, das Nika in den Sinn kam, noch im Halbschlaf."

Rezension:

Hach, wie habe ich mich auf den neuen Jugendthriller von Ursula Poznanski gefreut! Als Fan von Erebos und Layers ging ich mit hohen Erwartungen an dieses Buch heran – und wurde absolut nicht enttäuscht.

Handlung & Idee:
Durchdachte Handlungsstränge, spannende Wendungen und Rätsel über Rätsel prägen Aquila. Bis zum Ende konnte ich mir den kompletten Hergang der fehlenden zwei Tage aus Nikas Gedächtnis nicht erklären und halte die Idee für absolut gelungen. Da es sich jedoch um einen relativ gewöhnlichen Krimi-Stoff handelt, kommt die Idee nicht vollständig an die vorhergehenden Bücher der Autorin heran.
4 / 5

Charaktere:
Die auftauchenden Figuren ergeben eine gelungene Mischung verschiedener Charakterzüge und sind durchaus vielschichtiger, als es den Anschein hat. Was mich bei Nika im letzten Drittel der Geschichte zunehmend genervt hat, war ihr naiver Mut. Sie beginnt, auf eigene Faust Risiken einzugehen und stolpert so in manche Situationen, die man leicht hätte vermeiden können ...
3 / 5

Schreibstil & Spannung:
Ich glaube, es hat etwa 16 Seiten gedauert, bis ich vollständig im Sog der Geschichte gefangen war. Ursula Poznanski beherrscht es auf unvergleichliche Art und Weise, den Leser ans Buch zu fesseln und nicht mehr loszulassen. Die Spannung bleibt aufgrund unerwarteter Wendungen und ungeklärten Rätseln bis zum Ende erhalten. Faszinierend auch, wie die Autorin es schafft, die zahlreichen Botschaften und Rätsel gekonnt im Überblick zu behalten und schlüssig aufzulösen.
5 / 5
 
Aquila lässt keinen Ursula Poznanski-Fan enttäuscht zurück und reiht sich würdig in die Reihe der vorhergehenden Jugendthriller ein. Durchdachte Handlungsstränge, unerwartete Wendungen und mysteriöse Botschaften verbinden sich durch den gekonnten Schreibstil der Autorin zu einer absolut gelungenen Geschichte.


Meine Bewertung:



Montag, 28. Dezember 2015

LAYERS - Ursula Poznanski

Dorian ist obdachlos, weggelaufen vor seinem gewalttätigen Vater. Er lebt auf der Straße - jedenfalls bis zu der Nacht, in der er blutverschmiert neben einem toten Jungen aufwacht, den er umgebracht zu haben scheint, ohne sich daran erinnern zu können. In genau dieser Nacht taucht plötzlich ein unbekannter Mann auf, der sich als Nico vorstellt und Dorian mit zu einer Organisation nimmt, die sich um obdachlose Jugendliche kümmert.

Der Vorfall wird vertuscht und Dorian findet sich in einer Villa wieder, in der neben ihm noch zahlreiche weitere Jugendliche leben. Alle haben dort Unterricht, bekommen gutes Essen und es scheint ihnen an nichts zu fehlen. Als einzige Gegenleistung für das Leben, nach dem sich die Obdachlosen wochenlang sehnten, sollen sie hin und wieder Aufträge für die Besitzer der Villa erledigen. In den ersten Wochen soll Dorian in der Stadt Flugblätter mit Spendenaufrufen verteilen, doch dann wird seine Aufgabe wesentlich merkwürdiger.

Er wird gebeten, einflussreichen Geschäftsmännern ein kleines Päckchen zu überbringen, welches ausschließlich der richtigen Person zu geben ist und dessen Inhalt ihm nicht verraten wird. Als Dorian bei einem dieser Männer jedoch versagt und es ihm nicht gelingt, das Päckchen abzugeben, wird er von seinen neuen Bekanntschaften aus der Villa rücksichtslos verfolgt und gejagt. Es beginnt eine rastlose Suche nach der Wahrheit und nach dem Preis, den alles im Leben hat.

Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Seiten: 445
Ausgabe: 2015
ISBN: 9783785582305
kaufen: buecher.de ~ thalia.de

Erster Satz: "Er befand sich noch im Halbschlaf, trotzdem spürte er genau, dass der Hauch, der sein Gesicht streifte, kein Wind war."

Buchtrailer:


Rezension:


Es ist wirklich schwer, bei diesem Buch nicht zu spoilern, aber ich versuche mein Bestes. ;)

Dorian ist ein schlauer 17-jähriger Teenager, bei dessen Familie leider ziemlich viel schief gelaufen ist, weshalb er auf der Straße lebt. Als er nach einem augenscheinlichen Mord von einem Mann namens Nico in die Villa einer Hilfsorganisation gebracht wird, erscheint das Leben zunächst so gut, wie lange nicht. Er findet Freunde unter den anderen Jugendlichen, der Leiter der Organisation scheint extrem freundlich zu sein und die einzigen Gegenleistungen, die für das Leben dort erwartet werden, sind zwar merkwürdige, aber keine schlimmen Aufträge.

Nach und nach beginnt das perfekte Antlitz von Dorians Aufenthaltsort jedoch etwas zu bröckeln. Wenn er sich in der Stadt aufhält wird er zunehmend von fremden Menschen angestarrt, die seinen Namen kennen, ohne dass er ihn ihnen jemals gesagt hätte. Hinzu kommt, dass die tatsächlichen Geschäfte, die die Organisation in riesigen Rechenzentren unternimmt, komplett geheimgehalten werden.

Dorian muss inzwischen kleine Päckchen, deren Inhalt streng geheim ist, an verschiedene Personen verteilen, ohne dass er seinen Namen nennen, deren Fragen beantworten oder das Päckchen selbst öffnen darf. Doch dann gibt es einen Zwischenfall und Dorian ist auf sich allein gestellt. Er hat zunächst keine Möglichkeit, in die Villa zurückzukehren, nicht einmal ihren Aufenthaltsort kennt er. Auf sich allein gestellt öffnet er nach ein paar Stunden das Päckchen, das er nicht abliefern konnte. Doch von da an wird er von seinen neuen Bekanntschaften erbarmungslos verfolgt, und steckt mitten in einer Jagd nach der Wahrheit, die sich unter vielen Schichten verbirgt.

Ich habe selten ein so spannendes Buch gelesen. Es hat mich so unglaublich gefesselt, dass ich gefühlt einen Puls von 350 hatte - mit Hintergrundradio und hell erleuchtetem Zimmer ;). Ursula Poznanski ist wirklich ein Genie, wenn es darum geht, die Spannung über die ganze Geschichte hinweg nie zu verlieren und schafft es auch diesmal, mit relativ wenigen Sätzen ein vollständiges Bild im Kopf des Lesers zu erschaffen.

Die Geschichte wird vor allem ab der Hälfte relativ komplex, weshalb mir die Auflösung am Ende auch ein kleines bisschen zu kurz vorkam. Das ist auch so ziemlich mein einziger Kritikpunkt, da der Plot zwar überraschend und durchdacht, aber eine meiner Fragen gerne etwas ausführlicher erklärt hätte werden können. Aber ich jammere hier eindeutig auf höchstem Niveau. Die Auflösung des Buches hat mich komplett überrumpelt, da man zu Beginn der Geschichte erstmal wenig versteht, dann denkt, es verstanden zu haben, und dann doch noch etwas anderes vor sich geht .Einige Charaktere legen in diesem Buch eine wirklich überraschende Verwandlung hin, doch es sind meist die, von denen man es nicht vermutet. "Layers" behandelt zudem auch das Thema neuer Technologien und welche Gefahren sie womöglich bergen, auf eine extrem spannende Art.

Für alle, die Bücher wie "EREBOS" von Ursula Poznanski kennen und lieben, ist dieses Buch ein absolutes MUSS! Und für alle, die noch nie etwas von ihr gelesen haben, auch. Kurzum: Ein unglaublich spannender, vielschichtiger Jugendthriller, der nicht nur Jugendliche komplett in ihren Bann ziehen wird. Absolute Leseempfehlung!

Meine Bewertung:

Spannung:  5/5
Schreibstil: 4/5
Idee: 4/5
Charaktere: 4/5
Aufmachung: 5/5

Freitag, 20. Februar 2015

Töchter des Mondes: Schicksalsschwestern (3) ~ Jessica Spotswood

Autor: Jessica Spotswood
Verlag: Egmont INK
Seiten: 384
Ausgabe: 15.01.15
ISBN: 9783863960261
kaufen: thalia.de ~ buecher.de


Es ist keine leichte Zeit für Cate: Durch ihre Schwester Maura hat sie gerade ihren Verlobten Finn verloren und die Hexen werden von der Bruderschaft schlimmer gejagt denn je. Währenddessen verbreitet sich ein ein gefährliches Fieber in der Stadt, welches droht, das Flussviertel und die vielen Menschen, die darin leben, zu vernichten.
Geplagt von ihrer Sehnsucht nach Finn und der Sorge um ihre Familie schließt sich Cate einer geheimen Widerstandsbewegung an, deren Ziel es ist, die uneingeschränkte Macht der Bruderschaft einzudämmen. Doch sogar innerhalb der Schwesternschaft lauern Gefahren und Cate muss aufpassen, wem sie ihr Vertrauen schenkt. Ist nun etwa die Zeit gekommen, dass sich die alte Prophezeiung über die Cahill-Schwestern erfüllt?


--

Erster Satz: "Brenna tanzt die Marmorstufen zur Eingangstür hinauf, und ich folge ihr."

Endlich ist er da - der dritte und letzte Band der "Töchter des Mondes"-Reihe. Von den ersten beiden Büchern war ich extrem positiv überrascht und somit hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an Band 3... die auch erfüllt wurden.

Es gibt keine Buchreihe, deren Cliffhanger mein Herz derart gebrochen haben, wie "Töchter des Mondes". Sowohl Band 1 als auch Band 2 rammten mir in letzter Sekunde doch noch das Messer in den Rücken, gerade in dem Moment, in dem man denkt, es wird alles gut. Aber zum dritten Band:
"Schicksalsschwestern" holt den Leser genau da wieder ab, wo der zweite Teil ihn verlassen hat und man startet mit den gleichen gemischten Gefühlen (Hass, Trauer, Wut, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit? ;) ) in die Fortsetzung.

Cate hat in "Schicksalsschwestern" mit viel mehr zu kämpfen als in den Vorgängerbänden. Öffentliche Hexenhinrichtungen werden wieder eingeführt und ein schreckliches Fieber verbreitet sich unter der Bevölkerung, wofür die Hexen verantwortlich gemacht werden. Kurzum: Die Schwesternschaft, der neben Cate und ihren beiden Schwestern Maura und Tess noch viele andere Hexen angehören, lebt gefährlicher als je zuvor.
Doch auch andere Geschehnisse machen es für Cate zur Herausforderung, ihre beiden Schwestern zu beschützen. Seit Maura Finn's Gedächtnis an Cate gelöscht hat und diese ihr das nicht verzeihen kann, wendet sich Maura immer mehr den Anführern der Schwesternschaft zu und merkt dabei gar nicht, wie sehr sie von ihnen manipuliert wird. Tess dagegen wird von schrecklichen Albträumen und Visionen heimgesucht und letztendlich entfernen sich die drei Schwestern immer weiter voneinander. Ist es möglich, dass sich die Prophezeiung, wonach eine der drei Schwestern eine andere tötet, tatsächlich erfüllt?
Für Cate beginnt eine schwere Zeit voller Sorge, Intrigen und dem Kampf, den Menschen, die sie liebt, eine friedliche Zukunft zu ermöglichen.

Während Cate sich nicht viel verändert, verwandeln sich Maura und Tess in diesem Buch extrem. Ihre Charaktere werden viel facettenreicher und man merkt, dass sie selbst älter werden und eigene, folgenschwere Entscheidungen über ihre Zukunft treffen. Auch die Prophezeiung macht ihnen immer mehr zu schaffen, denn sie wissen, dass auch diese sich irgendwann erfüllen wird. Wie das geschieht, hat allerdings für einen ziemlichen Überraschungsmoment bei mir gesorgt.

Finn hat zwar keine Erinnerung mehr an seine Liebe zu Cate, aber er weiß, dass ihm etwas fehlt. Da die beiden nicht immer nur eine Liebesbeziehung verbunden hat, wendet er sich deshalb ratlos als Freund an sie - und bringt sie in ziemliche Erklärungsnot. Die beiden nähern sich auf eine süße Weise langsam wieder an und als Leser darf man miterleben, wie sie sich erneut ineinander verlieben.

"Töchter des Mondes" hat es auch im Finalband wieder einmal geschafft, mich ans Buch zu fesseln, aber nicht nur durch Spannung, sondern durch die Gefühle, die durch die Handlung hervorgerufen werden. Man fiebert mit Cate mit, spürt ihre Verzweiflung und Liebe zu Finn und ihrer Familie. Das ist es letztendlich auch, was das Buch am Leben hält und ihm den Charme verleiht, der es ausmacht. Meine hohen Erwartungen wurden absolut erfüllt.


"Schicksalsschwestern" ist der Abschluss einer zauberhaften Trilogie, die durch eine spannende Handlung mit vielen magischen Momenten, Intrigen und einer unvergleichlich romantischen Liebesgeschichte überzeugt. Perfekt, um jedes Leserinnenherz höher schlagen zu lassen.


Vielen lieben Dank an Egmont INK für die Unterstützung!

Montag, 29. Dezember 2014

delirium ~ Lauren Oliver

Autor: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen
Seiten: 409
Ausgabe: Dezember 2013
ISBN: 978 3 551 31301 0
kaufen: thalia.de ~ buecher.de


Wir befinden uns in Portland, viele Jahre in der Zukunft. Wissenschaftler haben die Liebe als schlimme Krankheit diagnostiziert. Als Schwäche, Unglück und Schande. Deshalb müssen sich alle Menschen ab 18 Jahren einem Eingriff unterziehen, der sie immun macht und heilt, so dass sie sich nie wieder verlieben, einem Partner zugewiesen werden und ein geregeltes Leben führen können. Alle Einwohner, die Symptome der „amor deliria nervosa“ zeigen, zu viel lachen oder mit Jungen in zu dichtem Kontakt stehen, werden verhaftet.
Lena ist 17 und wurde zur Angst vor der „Deliria“ erzogen, sie kann die paar Wochen bis zu ihrem Eingriff kaum noch erwarten. Doch dann tritt Alex in ihr Leben und die beiden verlieben sich in einer Welt, in der genau das verboten ist. Mit ihren Gefühlen für Alex wächst auch der Zweifel an der erzwungenen Heilung, das emotionslose Leben ihrer Familie scheint ihr nicht mehr sicher, sondern beängstigend. Warum sollte das, was sie bei Alex fühlt, schlecht sein? Es beginnt ein Kampf um Freiheit und Liebe.

Erster Satz: "Es ist jetzt vierundsechzig Jahre her, dass der Präsident und das Konsortium die Liebe als Krankheit identifiziert haben, und vor dreiundvierzig Jahren haben die Wissenschaftler ein Heilmittel dagegen entwickelt."

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Es hat lange gebraucht, bis ich mich an das Buch herangewagt habe. Ich hatte schon seit seinem Erscheinen davon gehört, konnte mich aber einfach nicht heranwagen, vielleicht auch, weil das Cover mich nicht besonders angesprochen hat. Da das bei „Legend“ jedoch genauso war und es sich letztendlich als wahrer Goldschatz entpuppt hat, musste ich mir auch zu „delirium“ mal eine Meinung bilden – und ich war wirklich überrascht.
Am Anfang des Buches befindet sich Lena genau 95 Tage vor ihrem Eingriff. Dann wird sie geheilt sein, immun gegen die Krankheit „Liebe“. Damit ihr ein Partner zugewiesen werden kann, steht ihr aber zunächst die Evaluierung bevor, eine Art Test, bei der sie Fragen zu sich selbst beantworten muss. Genau während ihrer Evaluierung gibt es einen Zwischenfall in den Labors, in denen Lena sich befindet. Es sollen Invaliden dahinter stecken, eine kleine Randgruppe, die Widerstand gegen das erzwungene Heilmittel leisten.

Als sie Alex kennenlernt weiß sie nicht, dass auch er zu den Invaliden gehört. Obwohl Lena immer davor gewarnt wurde, kann sie es nicht aufhalten und verliebt sich schließlich in ihn. In einer Welt, in der die Liebe streng verboten ist, eine sehr gefährliche Angelegenheit. Außerdem rückt auch der Termin ihres Eingriffes immer näher. Kann die Liebe wirklich so schlecht und gefährlich sein, wie alle sagen?
Man braucht, wie bei jeder Geschichte, natürlich ein paar Seiten, um sich in der Situation zurechtzufinden, aber dann war ich wirklich positiv überrascht. Das Buch hat eine spannende Hintergrundidee, die sehr detailreich eingebaut ist. Man kann durchaus teilweise verstehen, weshalb die Leute die Liebe als Krankheit sehen, als Leser ertappt man sich am Anfang selbst ab und zu davon, wie man sich Lenas Sicht der Dinge anpasst.

Doch dann tritt mit Alex natürlich die typische wundervolle männliche Hauptfigur auf. Und obwohl Lena sich zu Beginn wehrt, entwickelt sich eine wirklich romantische Liebesgeschichte, die natürlich auch nicht auf Dauer unbemerkt bleiben kann. Ich musste auf der letzten Seite sogar ein paar Tränen vergießen (LAUREN OLIVER, WIE KONNTEST DU NUR?!).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „delirium“ ein wirklich gutes Buch ist, was ich nicht gedacht hätte. Spannend, traurig, romantisch, faszinierend, teilweise schockierend – es hat alles, was es braucht, um jedes Leserherz höher schlagen zu lassen.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Marmorkuss ~ Jennifer Benkau

Autor: Jennifer Benkau
Verlag: script5
Seiten: 430
Ausgabe: 1. Auflage 2014
ISBN: 978 3 8390 0166 0
kaufen: thalia.de ~ buecher.de


Jarno hat nur einen Wunsch: Erfolgreicher Fotograph zu werden. Die Kamera und das Talent dafür hat er schon, jedoch läuft alles nicht so ganz  seinem Plan. Er bekommt sein Leben nicht so ganz auf die Reihe, verdnachient sein einziges Geld damit, Pizzas auszuliefern. Als er sich unbewusst auf schiefe Machenschaften einlässt, verliert er letztendlich genau das, was seine einzige Hoffnung auf eine bessere Zukunft war: Seine geliebte Kamera.
Am Tiefpunkt seines Lebens angelangt, stößt er durch Zufall in einer verlassenen Villa auf eine wunderschöne Marmorstatue, die sein Leben verändern wird. Fasziniert verbringt er viele Stunden bei dem geheimnisvollen Mädchen, das so lebendig wirkt unter dem Stein, betrinkt sich und küsst sie schließlich.
Von da an ist die Statue weg - und ein verwirrtes Mädchen namens Klara erscheint. Sie stammt aus einer anderen Zeit und ist auf der Flucht vor der Person, die sie in Stein verwandelt hat.
Obwohl sie so unterschiedlich sind, verlieben sich Jarno und Klara ineinander und zeigen, dass Liebe stärker ist als jeder böse Zauber.

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Erster Satz: "Pisseflecken an grauer Betonwand."

Wir alle kennen Dornröschen, das Märchen von einem Mädchen, das 100 Jahre schläft und schließlich von einem Prinzen wachgeküsst wird.
In "Marmorkuss" wird diese Geschichte wundervoll neu erzählt.

Jarno ist ein interessanter und untypischer Protagonist. Er ist ein eigentlich total liebenswerter Kerl, der einfach nur Pech im Leben hat und versucht, das Richtige zu tun. Mit seiner Kamera verliert er auch seinen Halt im Leben, den er schließlich erst durch Klara wiederfindet.

Klara kommt aus einem früheren Jahrhundert und muss sich mit Hilfe von Jarno im Jahr 2014 zurechtfinden. Sie leidet außerdem unter Angst vor der Zauberin, die sie vor langer Zeit versteinert hat. Durch Klara verändert sich Jarno, die beiden wachsen zusammen und entwickeln eine tiefe Verbundenheit, die romantischer nicht sein könnte.
Als sich herausstellt, dass eben genannte Zauberin, Elise, noch existiert und auf der Jagd nach Klara ist, wird diese Liebe jedoch hart auf die Probe gestellt.

Jennifer Benkau zählt seit "Himmelsfern" zu einer meiner Lieblingsautorinnen, da sie einen ganz eigenen Schreibstil hat, der den Leser verzaubert und nicht mehr loslässt. So auch in "Marmorkuss". Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt, aber ich hatte beim Lesen das Gefühl, als würden sich die Worte wie eine Decke über mich legen und den Rest der Welt aussperren.

Die Kapitel sind teilweise aus der Sicht von Jarno und aus der Sicht von Klara geschrieben, was am Anfang etwas verwirrend ist, da der Leser somit auch zwischen den verschiedenen Zeiten hin- und herspringt. Nach kurzer Zeit gefiel mir das aber total, da die Überleitungen darin bestehen, dass ein Satz nach der Hälfte aufhört und aus der Sicht des anderen weitergeführt wird - oft in völlig anderem Zusammenhang. Es stellt eine Abwechslung zu anderen Büchern dar, die sich stur an ein Raster halten.

Ich liebe dieses Buch. Jennifer Benkau hat genau die richtige Mischung zwischen Realität & Märchen, Romantik & Kitsch und Spannung & Entspannung gefunden, sodass man nicht mehr von dem Buch loskommt. Man wird mit jedem Wort unbewusst immer mehr hineingesogen, bis man schließlich nach gefühlt wenigen Minuten verzaubert die letzte Seite umblättert. Perfektes Buch für kalte Wintertage und Schneeflocken vor dem Fenster!

Vielen lieben Dank an script5 für die Unterstützung!

Lieblingszitat: "Sein Blick war ernst, drang tief in sie und erreichte dort irgendetwas, das dazu führte, dass ihr trotz der Kälte warm in der Brust wurde. 'Ich habe das Gefühl, dass es keine Magie gab, solange du geschlafen hast. Sie ist mit dir wieder aufgewacht.' Und Klara musste lächeln, statt sich von seinen Worten bedroht zu fühlen." (S. 265)

Freitag, 14. November 2014

Magisterium: Der Weg ins Labyrinth ~ Cassandra Clare & Holly Black



Autor: Cassandra Clare & Holly Black
Verlag: Lübbe ONE in der Bastei Lübbe AG
Seiten: 332
Ausgabe: 14.11.2014
ISBN: 9783846600047

Seit Callum ganz klein war und seine Mutter gestorben ist, hat ihn sein Vater gewarnt, sich immer von Magie fernzuhalten und gar nie einem Magier zu vertrauen. Jetzt ist er 12 Jahre alt und bereit für die „Eiserne Prüfung“. Diese Prüfung soll zeigen, welche Kinder Schüler des Magisteriums, einer unterirdischen Schule für Magie, werden müssen. Obwohl Callum alles tut um diesen Test nicht zu bestehen, wird er auserwählt – und hat somit keine andere Wahl, als die Schule zu besuchen, vor der ihn sein Vater schon immer gewarnt hat.
Zusammen mit seinen Freunden Aaron und Tamara wird er von Master Rufus, einem alten Magier, unterrichtet – sowohl in Magie, als auch im Kampf gegen sogenannte Elementarier (Wesen, die von Chaosmagie besessen sind und daher einem unbekannten Feind dienen).
Callum, der früher nie Freunde hatte und nun endlich ein bisschen dazugehört, fängt an, zunehmend Gefallen am Magisterium zu finden, die Warnungen seines Vaters geraten in den Hintergrund. Als sich herausstellt, dass einer von Calls Freunden ein Makar ist (ein mächtiger Magier, der die Chaosmagie unter Kontrolle hat), auf den alle Schüler und Lehrer ihre Hoffnungen im Kampf gegen den Feind setzen, bekommen Call und seine Freunde immer mehr mit, wie wichtig der Kampf gegen „den Feind“ ist. Doch warum fühlt Callum sich dann so seltsam zu der Chaosmagie hingezogen? Lag sein Vater mit seinen Warnungen womöglich doch nicht so verkehrt?

--

Erster Satz: Aus der Ferne wirkte der Mann, der mühsam die weiße Wand des Gletschers erklomm, wie eine Ameise, die langsam seitlich einen flachen Teller hochkrabbelte.

Als Erstes muss ich sagen, wie unfassbar schön dieses Buch aussieht. Das Cover kann man auch verkehrtherum lesen, das Lesebändchen ist mit einem "Magisteriums - m" versehen und der Buchschnitt schimmert Bronze, ... Ein wahrer Schatz für jedes Bücherregal. :)
Was den Inhalt des Buches angeht hatte ich am Anfang jedoch meine Zweifel: Ist es tatsächlich möglich, über einen Jungen zu schreiben, der in eine Zauberschule kommt, ohne dass jeder Leser sofort Hogwarts und eine allseits bekannte Blitznarbe vor Augen hat? Nun ja, ich werde nochmal darauf zurückkommen.

Der Prolog wirft den Leser sofort ins kalte Wasser, man wird mit einer Kriegssituation konfrontiert und außerdem mit vielen Begriffen, unter denen man sich derzeit noch überhaupt nichts vorstellen kann. So ziehen sich dann auch die ersten Kapitel hin, in denen Call eine Prüfung besucht, von der der Leser eigentlich nicht mal weiß, wieso es diese gibt. Callum wird von seinem Vater gedrillt, unbedingt bei dieser Prüfung zu versagen - auch hier bekommt man keine Antwort, warum.
Gibt man dem Buch von dieser Stelle an jedoch eine Chance, logischer zu werden, wird man nicht enttäuscht. Nach und nach wird das Buch besser und zieht den Leser somit auch immer mehr in den Bann. Die Idee hinter dem Magisterium, dass es Master gibt und keine Lehrer und dass das Ganze als Labyrinth aufgebaut ist, finde ich spannend und es bietet durchaus Möglichkeiten für spannende weitere Bände.

Call hat mich ab und zu jedoch etwas genervt... er hat ein bisschen ein kindisches Verhalten an den Tag gelegt, das ich ab und zu übertrieben fand. Aber auch das wurde - wie eigentlich alles an dem Buch - gegen Ende wesentlich besser. Tamara und Aaron sind allerdings wirklich tolle Figuren, die die Geschichte zwischenzeitlich fast alleine am Leben halten.
Dass mich das Buch am Ende so überraschen würde hätte ich wirklich nicht gedacht! Es wurde echt noch ziemlich spannend und ich wurde zuvor von Cassandra Clare & Holly Black ziemlich in die Irre geführt, was meine Vermutung angeht...

Um nochmal auf die Anfangsfrage zurückzukommen: Ja, es ist in einem gewissen Maße schon möglich. Natürlich gibt es da ein paar Zusammenhänge (Tamara als schlaues und mutiges Mädchen; Call, der keine Freunde hatte, ...), in den letzten Kapiteln leider auch ein paar starke Parallelen, aber man kann Magisterium zum Glück durchaus als eigene Reihe betrachten, auf dessen Fortsetzung ich sehr gespannt bin.

Magisterium ist, abgesehen von ein paar kleinen Schwächen und Harry Potter-Elementen, ein absolut lesenswerter Auftakt einer Reihe, die uns alle noch sehr überraschen kann!

Vielen lieben Dank an Lovelybooks & den Lübbe ONE Verlag! :)

Sonntag, 9. November 2014

Touched: A Sense Thieves Novel ~ Corrine Jackson

Autor: Corrine Jackson
Verlag: Kteen Books (DE: Thienemann)
Seiten: 341
Ausgabe: 2012
ISBN: 9780758273338 (DE: 9783522201575)
kaufen: englische Version ~ deutsche Version


Um dem gewalttätigen Lebensgefährten ihrer Mutter zu entfliehen, zieht die 17-jährige Remy zu ihrem Vater und seiner Familie, wo sie sich auch schnell sehr wohl fühlt. Doch Remy hat ein Geheimnis, das sie nicht einmal ihrer neuen Familie anvertrauen kann: Sie kann Krankheiten oder Verletzungen von Menschen durch ihre Berührung heilen.
Nach ein paar Tagen lernt sie Asher kennen, der etwas von ihren Fähigkeiten zu wissen scheint. Er lässt sie nicht mehr in Ruhe und obwohl alles in ihr Gefahr wittert, muss sie ständig an ihn denken und entwickelt Gefühle für ihn. Doch auch Asher hat ein Geheimnis, das Remys Leben und die Sicherheit ihrer Familie stark beeinflussen wird.

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Erster Satz: "Okay. This is going to hurt like hell."

Endlich bin ich einmal dazugekommen, dieses Buch zu lesen... es steht schon seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste - und das zu Recht!

Das Buch beginnt direkt in einer Szene, in der Remy von ihrem Stiefvater Dean bedroht und geschlagen wird, außerdem heilt sie ihre Mutter, die ebenfalls verwundet ist.
Schneller als man versteht, was passiert, ist diese Szene aber wieder vorbei und wir befinden uns im Krankenhaus, in welchem ihre Mutter Remy bittet, Dean zu schützen und Remy gegen ihren Willen mit zu ihrem Vater ziehen muss.
Remy fühlt sich nach kurzer Zeit wirklich wohl in ihrer neuen Familie. Mit ihrem Vater, seiner Frau Laura und ihrer Tochter Lucy fühlt sie sich zum ersten Mal seit langer Zeit sicher. Dann begegnet sie Asher, einem gutaussehenden Jungen, der eine seltsame Faszination auf sie ausübt. Er scheint etwas über ihre geheimen Fähigkeiten zu wissen und birgt selbst ein dunkles Geheimnis.
Die beiden entwickeln jedoch Gefühle füreinander und plötzlich steht für Remy mehr als nur ihre eigene Sicherheit auf dem Spiel.

Nach den ersten paar Seiten ist man zwar etwas verwirrt, aber wurde schon in die Geschichte hineingesogen. Ich konnte das Buch eigentlich nie weglegen und war total gefesselt von Asher und Remy.
Remy ist keine typische Romantasy-Protagonistin, sie ist sehr geprägt von der Gewalt und der Vernachlässigung in ihrem Leben. Als sie in ihr neues Umfeld kommt, tut sie sich am Anfang auch schwer, sich einzufinden, aber entwickelt sich schließlich zu einer liebenswerten Persönlichkeit.
Nun zu Asher... hach ♥. Asher ist der Traum jedes Romantasy-Lesers und bringt bestimmt jede Leserin dazu, sich in ihn zu verlieben. Er tut alles für Remy, ohne dabei besonders kitschig zu werden und ist einfach nur toll. :D
Den Schreibstil der Autorin fand ich auch wirklich gut, wie gesagt: Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen.
Natürlich findet man auch in "Touched" wieder die ein oder andere Ähnlichkeit zu Twilight oder Obsidian, aber wer das nicht in Kauf nimmt, ist in diesem Genre nicht richtig aufgehoben. :)

"Touched" ist eine wundervolle Liebesgeschichte mit viel Spannung und Überraschungen, (außerdem einem tollen männlichen Hauptcharakter :D) die für alle Fans von Obsidian oder Twilight genau das Richtige sein wird!

Lieblingszitat: "(...) because the real reason I 
didn't want him in my head and in my heart had come to me when I considered losing him: I was falling in love with my enemy."  ~ S. 169

Buchtrailer:

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Die Auserwählten im Labyrinth ("Maze Runner") ~ James Dashner

Autor: James Dashner
Verlag: Carlsen
Seiten: 490
Ausgabe: 01.04.2013
ISBN: 978-3-551-31231-0
kaufen: thalia.de ~ buecher.de

Ein Junge wacht in einem ratternden Aufzug auf und erinnert sich nur noch an eine Sache. Seinen Namen: Thomas.
Der Aufzug bringt ihn auf eine Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth, zu ca. 40 anderen Jungen in seinem Alter, die sich Lichter nennen. Auch ihnen fehlt die komplette Erinnerung, wie sie dort hingekommen sind, fest steht nur eins: Sie müssen irgendwie den Ausweg aus dem Labyrinth finden und genau das versuchen sie seit 2 Jahren.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, wimmelt das Labyrinth auch noch von sogenannten Griewern, die nur darauf aus sind, alle Lichter zu töten, die sich ins dort hinein wagen.
Zwei Tage nach Thomas' Ankunft gelangt ein Mädchen auf die Lichtung, das sich an Thomas erinnert, und von da an verändert sich alles. Griewer erscheinen auf der Lichtung, die Sonne verschwindet und die Essensvorräte werden knapp. Thomas und die anderen haben erkannt: Sie müssen sofort einen Weg aus dem Labyrinth finden, sonst werden sie alle sterben.

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Ich war wirklich gespannt auf das Buch, nachdem ich den Trailer zur Verfilmung "Maze Runner" gesehen habe. Hörte sich ein bisschen an wie Panem, dementsprechend hatte ich auch hohe Erwartungen.
Diese werden am Anfang auch erfüllt. Thomas gelangt auf die Lichtung, lernt das Leben dort kennen und man fiebert als Leser auch richtig mit. Das Labyrinth wirkt bedrohlich, man versteht den Sinn des Ganzen noch nicht so ganz und kommt nicht mehr von dem Buch los.
Doch nach ca. 300 Seiten fängt "Die Auserwählten im Labyrinth" allmählich an zu schwächeln.
Ein Kritikpunkt ist, dass mir ein bisschen das "magische, bedrohliche" des Labyrinths gefehlt hat. Zu Beginn erwartet man ein bisschen ein Labyrinth wie in Harry Potter 4 oder vielleicht auch Percy Jackson, aber das bedrohliche geht in diesem Fall nach und nach verloren. Natürlich bewegen sich die Wände und es sind Griewer drin, aber etwas Überraschendes passiert da eigentlich nie. Das finde ich persönlich ziemlich schade, weil ein Labyrinth eigentlich so viel Möglichkeiten bietet.

Als zweiten Kritikpunkt muss ich anbringen, dass ich mich mit dem Ende einfach nicht richtig anfreunden kann. Ohne zu spoilern: Ja, es gibt mehr oder weniger eine Auflösung. Aber die ist einerseits nicht vollständig und will den Leser dazu bringen, die weiteren Bände zu lesen, und andererseits passt sie meiner Meinung nach irgendwie nicht dazu. James Dashner hat mit der Geschichte eine etwas andere Richtung eingeschlagen, als ich gehen wollte. (Und den Mord eines speziellen Charakters werde ich ihm vermutlich nie verzeihen.)
Um noch etwas Positives zu sagen: Die Spannung geht trotz allem nie verloren. Ich habe an dem Buch geklebt bis zu den letzten Worten.

Es wird sicher viele Leser geben, die das Buch lieben werden! Es ist spannend, mitreißend und hat viel Action. Aber mir hat einfach das Gesamtpaket nicht ganz gefallen... man kann es ein bisschen mit einer versuchten Mischung aus "Die Auswahl", "Panem" und evtl. ein bisschen "Legend" vergleichen, ohne große Liebesgeschichte.
Nichts desto Trotz: Ich kann verstehen, wenn es viele Fans der Reihe gibt!

Filmtrailer:



Montag, 29. September 2014

Percy Jackson: Diebe im Olymp ~ Rick Riordan

Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen
Seiten: 448
Jahr: 2010
ISBN: 978-3-551-35960-5
kaufen: thalia.de ~ buecher.de

Percy Jackson ist ein ganz normaler 12-jähriger Junge. Naja, fast normal. Bis auf die Tatsache, dass er von ziemlich jeder Schule fliegt und plötzlich merkwürdige Dinge um ihn herum passieren.
Sein bester Freund Grover entpuppt sich als Satyr, seine Mutter verschwindet und auch mit seinem Lateinlehrer scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Zu allem Überfluss muss Percy auch noch erfahren, dass er ein Halbgott ist: Kind von einer Menschenfrau und einem Gott aus der griechischen Mythologie.
Als ein Krieg zwischen den Göttern auszubrechen droht und Percy daran schuld sein soll, muss er sich auf eine Reise begeben, die allerlei Gefahren bereithält. Zusammen mit seinen Freunden Annabeth und Grover beginnt für ihn ein Abenteuer, wie er es nie für möglich gehalten hätte.

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Hach ja, Percy Jackson. Ich weiß nicht, wie oft ich diese Reihe schon gelesen habe, mein Buch ist jedenfalls schon ziemlich zerfleddert. "Diebe im Olymp" war der erste Fantasy-Roman, der mich richtig in seinen Bann gezogen hat. Damals war ich, wie Percy, in der sechsten Klasse und unsere Lateinlehrerin hat uns den Anfang daraus vorgelesen. Da war es um mich geschehen. :)

Auch nach mittlerweile 5 Jahren hat sich diese Begeisterung nicht gelegt und ich liebe dieses Buch (bzw. diese Reihe) wie am ersten Tag.
Rick Riordan hat einen ganz eigenen Schreibstil, mit dem er Welten erschafft, in denen man sich sofort zu Hause fühlt. Percy ist ein sehr sympatischer Protagonist, der mich als Leser mit seiner Selbstironie das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht hat.

Viel lässt sich zu diesem Buch nicht mehr sagen, ich mag den Stil, die Handlung und die Personen. Einen kleinen Abzug gibts dafür, dass der erste Teil (im Verleich zu den folgenden) noch ein bisschen in der Spannung schwächelt und Percy sich eigentlich eher wie ein 15-jähriger verhält, aber 12 Jahre alt sein soll. Wie gesagt: Kleinigkeiten. ;)

Toller Auftakt für eine Reihe, die jeder Fantasy-Fan gelesen haben sollte und die, meiner Meinung nach, genau wie Harry Potter zum absoluten Basisleseschatz gehört. Ich liebe es! ♥


Sonntag, 31. August 2014

Plötzlich Fee: Sommernacht ~ Julie Kagawa

Autor: Julie Kagawa
Verlag: Heyne
Seiten: 495
Jahr: 2011
ISBN: 978-3-453-26721-3
kaufen: thalia.de ~ buecher.de

Meghan Chase wird 16 und betritt somit das magische Alter, in dem man Abenteuer erleben und die große Liebe finden soll. Dass es bei ihr so ablaufen würde, bezweifelt sie jedoch.
Doch dann wird ihr kleiner Bruder ins Nimmernie (das Feenreich) entführt, ihr bester Freund Robbie entpuppt sich als allzu bekanntes Feenwesen und sie kommt auch ihrer eigenen Verbindung in die Feenwelt auf die Spur. Kurzum: Ihr gesamtes Leben wird mit einem Schlag auf den Kopf gestellt.
Um ihren Bruder zu retten reist sie mit Begleitung ihres besten Freundes ins Nimmernie und trifft dort auf den gefährlichen Winterprinzen Ash, der sie begleitet, obwohl er ihr Todfeind ist. Die drei müssen sich auf der Suche nach Ethan, Meghan's Bruder, Gefahren stellen, die sie sich noch nie vorstellen konnten.

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Auf den ersten 50 Seiten dieses Buches denkt man sich: Ohje... das liest sich wie ein komischer Teeniefilm. Vorhersehbare Handlung, nervige Aktionen der Protagonistin und nicht so wirklich das Thema des Buches getroffen.
Aber dann! Dann legt das Buch eine komplette Richtungsänderung ein. Es gewinnt an Spannung und hat mich als Leser viel mehr in den Bann gezogen. Letztendlich kam ich doch nicht mehr von dem Buch weg und habe die Reise durch das Feenreich begeistert verfolgt.
Der letzte Teil des Buches war mir dann aber teilweise fast etwas zu verstörend. Wenn sie tatsächlich Ethan finden und sich seinem Kidnapper entgegenstellen, sind sie in einer Umgebung, die ganz anders ist, als im restlichen Buch. Ich will nicht spoilern, aber das hat mich etwas gestört, auch wenn es eine gute Idee war und in die Geschichte passt.
Sommernacht ist ein guter Auftakt für eine Reihe, wenn auch mit ein paar Schwächen. Hat mich trotzdem neugierig gemacht auf Band 2. :)

Freitag, 29. August 2014

Gegen das Sommerlicht ~ Melissa Marr

Autor: Melissa Marr
Verlag: Carlsen
Seiten: 347
Jahr: 2011
ISBN: 978-3-551-31103-0
kaufen: thalia.de ~ buecher.de

Ashlyn lebt mit ihrer Großmutter in einer Stadt. Alles recht normal, bis auf die Tatsache, dass die beiden die Gabe haben, Elfen zu sehen. Elfen die sich unsichtbar auf den Straßen der Menschen herumtreiben und nicht besonders freundlich zueinander sind. Schon seit ihrer Geburt wurde Ashlyn darauf gedrillt, auf keinen Fall ihre Aufmerksamkeit zu erregen oder sie wissen zu lassen, dass sie sie sehen kann. Doch dann gerät sie in das Interesse des Sommerkönigs der Elfen, Keenan. Er nähert sich ihr in sehr attraktiver Menschengestalt an und versucht mit allen Mitteln, ihr Vertrauen zu gewinnen. Er hat sie auserwählt. Auserwählt für eine Prüfung, die ihr ganzes Leben verändern würde und auch jetzt schon beeinflusst. Doch kann Ashlyn Keenan wirklich vertrauen, obwohl er ein Elfenkönig ist? Am Liebsten würde sie ihre Zukunft nur mit ihrem Freund Seth verbringen, ohne Elfenchaos, Gefahren und Verantwortung. Aber hat sie noch eine Wahl?

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Obwohl es sich vielleicht etwas verwirrend anhört, ist "Gegen das Sommerlicht" ein wirklich gutes Buch. Die Erzählperspektive wechselt immer wieder zwischen den Hauptcharakteren und man bekommt einen guten Einblick in die Hintergründe der Personen. Keenan, der junge Sommerkönig, der eine sehr große Last zu tragen hat und Ashlyn, die einfach nur ihr altes Leben behalten will, aber merkt, dass sie sich verändert. Sie zweifelt an Keenan, an ihren Prinzipien und an sich selbst, denn womöglich ist die Zukunft, die der Elf für sie vorgesehen hat, gar nicht so abwegig.
Die gesamte Geschichte fand ich interessant und habe ich bisher auch noch nicht in dieser Art gelesen. Einen kleinen Kritikpunkt gibt's allerdings für ein paar wenige Passagen, in denen die Spannung etwas auf der Strecke bleibt.
Sommerlicht überzeugt auf jeden Fall durch eine Story, die sich sehr gut lesen lässt und liebenswerte Hauptcharaktere. Besonders Seth, ein sehr guter Freund von Ashlyn, ist der absolute Held dieses Buches! Die 347 Seiten vergehen wie im Flug!
Dürfte ruhig länger sein... :)

Splitterherz ~ Bettina Belitz

Autor: Bettina Belitz
Verlag: script5
Seiten: 632
Jahr: 2012
ISBN: 978-3-839-00142-4
kaufen: thalia.de ~ buecher.de

Elisabeth Sturm, genannt Ellie, ist alles andere als begeistert, dass sie ihre Heimat Köln verlassen und mit ihren Eltern in eine kleine Stadt ziehen muss. Mies gelaunt, weit entfernt von ihren Freundinnen und abgeschlagen von sämtlichen Kinos gelingt es ihr nicht wirklich, sich einzuleben. Doch dann trifft sie auf den mysteriösen Colin, der sie nicht zu mögen scheint, ihr aber dennoch immer wieder über den Weg läuft. Obwohl alle ihre Mitschüler ihn meiden und über ihn lästern, fasziniert er Ellie und geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Als sie dann beginnt seltsame Alpträume zu bekommen, Stimmen zu hören und ihre Eltern sich total seltsam benehmen, als sie Colin das erste Mal sehen, weiß sie, dass etwas nicht stimmt. Doch obwohl sie nach und nach hinter das Geheimnis von Colin kommt, entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefgehende Liebesgeschichte. Doch diese Liebe ist auch verbunden mit zahlreichen Gefahren und stellt alles auf die Probe, woran sie geglaubt hat.

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Erster Satz: "Etwas hat sich verändert."

Nun ja, es hat sich tatsächlich etwas verändert. Etwas an mir. Denn sobald ich das Cover gesehen habe, wurde ich von Splitterherz angezogen wie eine Motte vom Licht. Ich weiß nicht, woran es lag. Vielleicht daran, dass ich die Umschlaggestaltung so wahnsinnig schön und anders fand... Jedenfalls musste ich dieses Buch haben.

Leider liest es sich zu Beginn aber etwas langwierig und ich konnte mich mit Ellie und ihrem Selbstmitleid nicht wirklich gut anfreunden. Sicher, es ist nicht immer wirklich toll, sein Zuhause zu verlassen, aber jeden, der nett zu ihr ist eigentlich sofort wegzustoßen oder passiv zu ertragen erschien mir dann doch etwas übertrieben.
Dann kommt Colin ins Spiel und nimmt die Rolle des unnahbaren Kerls ein, der Ellie zwar einmal rettet, aber sie ansonsten dauerhaft ignoriert, wenn nicht sogar beleidigt. Er lebt in einem Haus mitten im Wald und ist bei den anderen Dorfbewohner ziemlich unbeliebt.
Ellie kann ihn nicht mehr vergessen, nimmt immer wieder Kontakt zu ihm auf und schließlich lernt man auch eine andere Seite an Colin kennen: Humor, Sorge, Liebenswürdigkeit und das ziemlich schwere Schicksal, das er trägt.
Kurzum: Das Buch legt eine ziemliche Wendung hin und legt vorallem in der Spannung extrem zu. Ellie verliert zum Glück auch letztendlich etwas an ihrer nervigen Art und ich konnte sie letztendlich ganz gut leiden.

Aber ich will hier jetzt nicht alles schlecht reden:
Bettina Belitz hat mich im Fortverlauf ihres Buches einige Male zum Lachen gebracht und mich auch mit den zwei Hauptcharakteren mitleiden lassen.
Es hat somit meine Erwartungen getroffen, wenn ich mir vielleicht auch noch ein klein wenig mehr erhofft hätte.

Splitterherz entwickelt sich nach einem etwas schwierigen Start zu einer wirklich tollen Geschichte mit völlig neuer Handlungsthematik. Absolut lesenswert für alle, die sich nach einer neuen Idee im Romantasy-Bereich sehnen und mal wieder in eine Geschichte abtauchen wollen.
Ich bin gespannt, wie es mit Ellie und Colin weitergeht!