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Sonntag, 4. Dezember 2016

Harry Potter and the Cursed Child ~ Joanne K. Rowling (Parts one and two)

 
"The eighth story. Nineteen years later."

19 Jahre nach dem Tod Lord Voldemorts ist Ruhe in der Zaubererwelt eingekehrt. Harry, Ron und Hermine haben eigene Familien, Berufe und führen ein relativ friedliches Leben. Für Harrys Sohn, Albus Severus Potter, steht jedoch eine aufregende Zeit bevor: sein erstes Schuljahr beginnt.

Auf dem Weg nach Hogwarts freundet er sich im Zug mit dem jungen Scorpius Malfoy an, wessen Familie von dunklen Gerüchten über ihre Verbindung zu Lord Voldemort geplagt ist. Die Jungen vertrauen sich ihre Geheimnisse an und Albus entwickelt während seinen ersten Jahren in Hogwarts zunehmend eine Abneigung gegen die Taten seines Vaters im Trimagischen Turnier. Überlegungen über den Tod Cedric Diggorys, die Bekanntschaft dessen Cousine Delphi und das Gefühl, nicht von seinem Vater verstanden zu werden, wecken in Albus und seinem Freund Scorpius die Idee eines gefährlichen Plans.

Es beginnt eine Reise in die Vergangenheit, bei welcher mehr als nur die Zukunft auf dem Spiel steht, und die letzte Chance für Harry, seinen Sohn zu retten.

Autor: Joanne K. Rowling, John Tiffany, Jack Thorne
Verlag: Little, Brown (englische Ausgabe)
Seiten: 330
Ausgabe: 2016
ISBN: 9780751565355 (englische Ausgabe)
kaufen (deutsche Ausgabe): buecher.de ~ thalia.de

Erster Satz: "A busy and crowded station, full of people trying to go somewhere."


Rezension:

"Harry Potter" ist für mich eine der durchdachtesten und epischsten Buchreihen, die es gibt. Ich als waschechter und bekennender Potterhead hatte dementsprechend relativ hohe Erwartungen an dieses Buch - die leider enttäuscht wurden.

Handlung & Idee:
Die Geschichte handelt von einer netten Idee und ist recht unterhaltsam zu lesen. Im Laufe des Buches wird das Thema Zeitreisen jedoch so überstrapaziert, dass die Logik der Geschichte immer mehr auf der Strecke bleibt und das Buch selbst nicht mehr so richtig zu wissen scheint, wo es eigentlich hin will. Die "Auflösung" ist zwar tatsächlich eine neue Idee, hat jedoch einen etwas verzweifelten Beigeschmack und hätte klarliniger und detaillierter sein können.
2 / 5

Charaktere:
Die anfängliche Freude über das Wiedersehen mit einigen geliebten Charakteren bleibt leider genau das... eine anfängliche Freude. Denn nach den Neuigkeiten über die Familienstrukturen und die angenommenen Berufe, entstand in meinem Kopf mit zunehmender gelesener Seitenanzahl die immer drängendere Frage: "Ist das wirklich der Charakter, den ich in 7 Bänden kennengelernt habe?". So viele Reaktionen (allen voran die von Harry) scheinen weit hergeholt und entfremden die Personen zu sehr. Sogar bei Albus, der neu in das Universum hineinkam, erschien mir dieser Hass auf seinen Vater tatsächlich auf traurige Weise lächerlich. Positiv überrascht war ich jedoch von Scorpius Malfoy, der die versteckten guten Seiten, die man bei seinem Vater Draco ab und an erahnen konnte, authentisch übernimmt und mit seiner Freundschaft zu Albus die Geschichte als Einziger liebevoll am Leben hält.
2 / 5

Schreibstil & Spannung:
Das Buch ist geschrieben wie das Theaterstück, liest sich somit aufgrund der Regieanweisungen etwas ungewohnt, woran man sich jedoch schnell gewöhnt hat und was auch nicht weiter stört. Das Gefühl, "Harry Potter" zu lesen und sich in die Welt hineinzuversetzen konnte bei mir leider nur auf manchen Seiten kurzzeitig geweckt werden. Auch die Tatsache, dass ich über 2 Monate gebraucht habe, um das Buch abzuschließen ist für mich kein Zeichen für anhaltende Spannung. Natürlich möchte man irgendwie wissen, wie es denn weitergeht, aber ich konnte das Buch (auch aufgrund der Logikfehler, siehe Handlung) ohne Probleme 2 Wochen unberührt liegen lassen.
3 / 5


Ein Buch, das zwar einen netten Ausflug in die Harry Potter - Welt ermöglicht, jedoch bei weitem nicht mit den Vorgängern mithalten kann. Die komplexe Handlung steht sich irgendwann selbst mit ihrer Vielschichtigkeit im Wege und die Charakterzüge der Personen erschienen mir teilweise zu entfremdet. Insgesamt hat es für mich leider mehr von einer FanFiction, als von einem würdigen Nachfolger.


Meine Bewertung:



Freitag, 14. November 2014

Magisterium: Der Weg ins Labyrinth ~ Cassandra Clare & Holly Black



Autor: Cassandra Clare & Holly Black
Verlag: Lübbe ONE in der Bastei Lübbe AG
Seiten: 332
Ausgabe: 14.11.2014
ISBN: 9783846600047

Seit Callum ganz klein war und seine Mutter gestorben ist, hat ihn sein Vater gewarnt, sich immer von Magie fernzuhalten und gar nie einem Magier zu vertrauen. Jetzt ist er 12 Jahre alt und bereit für die „Eiserne Prüfung“. Diese Prüfung soll zeigen, welche Kinder Schüler des Magisteriums, einer unterirdischen Schule für Magie, werden müssen. Obwohl Callum alles tut um diesen Test nicht zu bestehen, wird er auserwählt – und hat somit keine andere Wahl, als die Schule zu besuchen, vor der ihn sein Vater schon immer gewarnt hat.
Zusammen mit seinen Freunden Aaron und Tamara wird er von Master Rufus, einem alten Magier, unterrichtet – sowohl in Magie, als auch im Kampf gegen sogenannte Elementarier (Wesen, die von Chaosmagie besessen sind und daher einem unbekannten Feind dienen).
Callum, der früher nie Freunde hatte und nun endlich ein bisschen dazugehört, fängt an, zunehmend Gefallen am Magisterium zu finden, die Warnungen seines Vaters geraten in den Hintergrund. Als sich herausstellt, dass einer von Calls Freunden ein Makar ist (ein mächtiger Magier, der die Chaosmagie unter Kontrolle hat), auf den alle Schüler und Lehrer ihre Hoffnungen im Kampf gegen den Feind setzen, bekommen Call und seine Freunde immer mehr mit, wie wichtig der Kampf gegen „den Feind“ ist. Doch warum fühlt Callum sich dann so seltsam zu der Chaosmagie hingezogen? Lag sein Vater mit seinen Warnungen womöglich doch nicht so verkehrt?

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Erster Satz: Aus der Ferne wirkte der Mann, der mühsam die weiße Wand des Gletschers erklomm, wie eine Ameise, die langsam seitlich einen flachen Teller hochkrabbelte.

Als Erstes muss ich sagen, wie unfassbar schön dieses Buch aussieht. Das Cover kann man auch verkehrtherum lesen, das Lesebändchen ist mit einem "Magisteriums - m" versehen und der Buchschnitt schimmert Bronze, ... Ein wahrer Schatz für jedes Bücherregal. :)
Was den Inhalt des Buches angeht hatte ich am Anfang jedoch meine Zweifel: Ist es tatsächlich möglich, über einen Jungen zu schreiben, der in eine Zauberschule kommt, ohne dass jeder Leser sofort Hogwarts und eine allseits bekannte Blitznarbe vor Augen hat? Nun ja, ich werde nochmal darauf zurückkommen.

Der Prolog wirft den Leser sofort ins kalte Wasser, man wird mit einer Kriegssituation konfrontiert und außerdem mit vielen Begriffen, unter denen man sich derzeit noch überhaupt nichts vorstellen kann. So ziehen sich dann auch die ersten Kapitel hin, in denen Call eine Prüfung besucht, von der der Leser eigentlich nicht mal weiß, wieso es diese gibt. Callum wird von seinem Vater gedrillt, unbedingt bei dieser Prüfung zu versagen - auch hier bekommt man keine Antwort, warum.
Gibt man dem Buch von dieser Stelle an jedoch eine Chance, logischer zu werden, wird man nicht enttäuscht. Nach und nach wird das Buch besser und zieht den Leser somit auch immer mehr in den Bann. Die Idee hinter dem Magisterium, dass es Master gibt und keine Lehrer und dass das Ganze als Labyrinth aufgebaut ist, finde ich spannend und es bietet durchaus Möglichkeiten für spannende weitere Bände.

Call hat mich ab und zu jedoch etwas genervt... er hat ein bisschen ein kindisches Verhalten an den Tag gelegt, das ich ab und zu übertrieben fand. Aber auch das wurde - wie eigentlich alles an dem Buch - gegen Ende wesentlich besser. Tamara und Aaron sind allerdings wirklich tolle Figuren, die die Geschichte zwischenzeitlich fast alleine am Leben halten.
Dass mich das Buch am Ende so überraschen würde hätte ich wirklich nicht gedacht! Es wurde echt noch ziemlich spannend und ich wurde zuvor von Cassandra Clare & Holly Black ziemlich in die Irre geführt, was meine Vermutung angeht...

Um nochmal auf die Anfangsfrage zurückzukommen: Ja, es ist in einem gewissen Maße schon möglich. Natürlich gibt es da ein paar Zusammenhänge (Tamara als schlaues und mutiges Mädchen; Call, der keine Freunde hatte, ...), in den letzten Kapiteln leider auch ein paar starke Parallelen, aber man kann Magisterium zum Glück durchaus als eigene Reihe betrachten, auf dessen Fortsetzung ich sehr gespannt bin.

Magisterium ist, abgesehen von ein paar kleinen Schwächen und Harry Potter-Elementen, ein absolut lesenswerter Auftakt einer Reihe, die uns alle noch sehr überraschen kann!

Vielen lieben Dank an Lovelybooks & den Lübbe ONE Verlag! :)