Freitag, 14. November 2014

Magisterium: Der Weg ins Labyrinth ~ Cassandra Clare & Holly Black



Autor: Cassandra Clare & Holly Black
Verlag: Lübbe ONE in der Bastei Lübbe AG
Seiten: 332
Ausgabe: 14.11.2014
ISBN: 9783846600047

Seit Callum ganz klein war und seine Mutter gestorben ist, hat ihn sein Vater gewarnt, sich immer von Magie fernzuhalten und gar nie einem Magier zu vertrauen. Jetzt ist er 12 Jahre alt und bereit für die „Eiserne Prüfung“. Diese Prüfung soll zeigen, welche Kinder Schüler des Magisteriums, einer unterirdischen Schule für Magie, werden müssen. Obwohl Callum alles tut um diesen Test nicht zu bestehen, wird er auserwählt – und hat somit keine andere Wahl, als die Schule zu besuchen, vor der ihn sein Vater schon immer gewarnt hat.
Zusammen mit seinen Freunden Aaron und Tamara wird er von Master Rufus, einem alten Magier, unterrichtet – sowohl in Magie, als auch im Kampf gegen sogenannte Elementarier (Wesen, die von Chaosmagie besessen sind und daher einem unbekannten Feind dienen).
Callum, der früher nie Freunde hatte und nun endlich ein bisschen dazugehört, fängt an, zunehmend Gefallen am Magisterium zu finden, die Warnungen seines Vaters geraten in den Hintergrund. Als sich herausstellt, dass einer von Calls Freunden ein Makar ist (ein mächtiger Magier, der die Chaosmagie unter Kontrolle hat), auf den alle Schüler und Lehrer ihre Hoffnungen im Kampf gegen den Feind setzen, bekommen Call und seine Freunde immer mehr mit, wie wichtig der Kampf gegen „den Feind“ ist. Doch warum fühlt Callum sich dann so seltsam zu der Chaosmagie hingezogen? Lag sein Vater mit seinen Warnungen womöglich doch nicht so verkehrt?

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Erster Satz: Aus der Ferne wirkte der Mann, der mühsam die weiße Wand des Gletschers erklomm, wie eine Ameise, die langsam seitlich einen flachen Teller hochkrabbelte.

Als Erstes muss ich sagen, wie unfassbar schön dieses Buch aussieht. Das Cover kann man auch verkehrtherum lesen, das Lesebändchen ist mit einem "Magisteriums - m" versehen und der Buchschnitt schimmert Bronze, ... Ein wahrer Schatz für jedes Bücherregal. :)
Was den Inhalt des Buches angeht hatte ich am Anfang jedoch meine Zweifel: Ist es tatsächlich möglich, über einen Jungen zu schreiben, der in eine Zauberschule kommt, ohne dass jeder Leser sofort Hogwarts und eine allseits bekannte Blitznarbe vor Augen hat? Nun ja, ich werde nochmal darauf zurückkommen.

Der Prolog wirft den Leser sofort ins kalte Wasser, man wird mit einer Kriegssituation konfrontiert und außerdem mit vielen Begriffen, unter denen man sich derzeit noch überhaupt nichts vorstellen kann. So ziehen sich dann auch die ersten Kapitel hin, in denen Call eine Prüfung besucht, von der der Leser eigentlich nicht mal weiß, wieso es diese gibt. Callum wird von seinem Vater gedrillt, unbedingt bei dieser Prüfung zu versagen - auch hier bekommt man keine Antwort, warum.
Gibt man dem Buch von dieser Stelle an jedoch eine Chance, logischer zu werden, wird man nicht enttäuscht. Nach und nach wird das Buch besser und zieht den Leser somit auch immer mehr in den Bann. Die Idee hinter dem Magisterium, dass es Master gibt und keine Lehrer und dass das Ganze als Labyrinth aufgebaut ist, finde ich spannend und es bietet durchaus Möglichkeiten für spannende weitere Bände.

Call hat mich ab und zu jedoch etwas genervt... er hat ein bisschen ein kindisches Verhalten an den Tag gelegt, das ich ab und zu übertrieben fand. Aber auch das wurde - wie eigentlich alles an dem Buch - gegen Ende wesentlich besser. Tamara und Aaron sind allerdings wirklich tolle Figuren, die die Geschichte zwischenzeitlich fast alleine am Leben halten.
Dass mich das Buch am Ende so überraschen würde hätte ich wirklich nicht gedacht! Es wurde echt noch ziemlich spannend und ich wurde zuvor von Cassandra Clare & Holly Black ziemlich in die Irre geführt, was meine Vermutung angeht...

Um nochmal auf die Anfangsfrage zurückzukommen: Ja, es ist in einem gewissen Maße schon möglich. Natürlich gibt es da ein paar Zusammenhänge (Tamara als schlaues und mutiges Mädchen; Call, der keine Freunde hatte, ...), in den letzten Kapiteln leider auch ein paar starke Parallelen, aber man kann Magisterium zum Glück durchaus als eigene Reihe betrachten, auf dessen Fortsetzung ich sehr gespannt bin.

Magisterium ist, abgesehen von ein paar kleinen Schwächen und Harry Potter-Elementen, ein absolut lesenswerter Auftakt einer Reihe, die uns alle noch sehr überraschen kann!

Vielen lieben Dank an Lovelybooks & den Lübbe ONE Verlag! :)