Sonntag, 4. Dezember 2016

Harry Potter and the Cursed Child ~ Joanne K. Rowling (Parts one and two)

 
"The eighth story. Nineteen years later."

19 Jahre nach dem Tod Lord Voldemorts ist Ruhe in der Zaubererwelt eingekehrt. Harry, Ron und Hermine haben eigene Familien, Berufe und führen ein relativ friedliches Leben. Für Harrys Sohn, Albus Severus Potter, steht jedoch eine aufregende Zeit bevor: sein erstes Schuljahr beginnt.

Auf dem Weg nach Hogwarts freundet er sich im Zug mit dem jungen Scorpius Malfoy an, wessen Familie von dunklen Gerüchten über ihre Verbindung zu Lord Voldemort geplagt ist. Die Jungen vertrauen sich ihre Geheimnisse an und Albus entwickelt während seinen ersten Jahren in Hogwarts zunehmend eine Abneigung gegen die Taten seines Vaters im Trimagischen Turnier. Überlegungen über den Tod Cedric Diggorys, die Bekanntschaft dessen Cousine Delphi und das Gefühl, nicht von seinem Vater verstanden zu werden, wecken in Albus und seinem Freund Scorpius die Idee eines gefährlichen Plans.

Es beginnt eine Reise in die Vergangenheit, bei welcher mehr als nur die Zukunft auf dem Spiel steht, und die letzte Chance für Harry, seinen Sohn zu retten.

Autor: Joanne K. Rowling, John Tiffany, Jack Thorne
Verlag: Little, Brown (englische Ausgabe)
Seiten: 330
Ausgabe: 2016
ISBN: 9780751565355 (englische Ausgabe)
kaufen (deutsche Ausgabe): buecher.de ~ thalia.de

Erster Satz: "A busy and crowded station, full of people trying to go somewhere."


Rezension:

"Harry Potter" ist für mich eine der durchdachtesten und epischsten Buchreihen, die es gibt. Ich als waschechter und bekennender Potterhead hatte dementsprechend relativ hohe Erwartungen an dieses Buch - die leider enttäuscht wurden.

Handlung & Idee:
Die Geschichte handelt von einer netten Idee und ist recht unterhaltsam zu lesen. Im Laufe des Buches wird das Thema Zeitreisen jedoch so überstrapaziert, dass die Logik der Geschichte immer mehr auf der Strecke bleibt und das Buch selbst nicht mehr so richtig zu wissen scheint, wo es eigentlich hin will. Die "Auflösung" ist zwar tatsächlich eine neue Idee, hat jedoch einen etwas verzweifelten Beigeschmack und hätte klarliniger und detaillierter sein können.
2 / 5

Charaktere:
Die anfängliche Freude über das Wiedersehen mit einigen geliebten Charakteren bleibt leider genau das... eine anfängliche Freude. Denn nach den Neuigkeiten über die Familienstrukturen und die angenommenen Berufe, entstand in meinem Kopf mit zunehmender gelesener Seitenanzahl die immer drängendere Frage: "Ist das wirklich der Charakter, den ich in 7 Bänden kennengelernt habe?". So viele Reaktionen (allen voran die von Harry) scheinen weit hergeholt und entfremden die Personen zu sehr. Sogar bei Albus, der neu in das Universum hineinkam, erschien mir dieser Hass auf seinen Vater tatsächlich auf traurige Weise lächerlich. Positiv überrascht war ich jedoch von Scorpius Malfoy, der die versteckten guten Seiten, die man bei seinem Vater Draco ab und an erahnen konnte, authentisch übernimmt und mit seiner Freundschaft zu Albus die Geschichte als Einziger liebevoll am Leben hält.
2 / 5

Schreibstil & Spannung:
Das Buch ist geschrieben wie das Theaterstück, liest sich somit aufgrund der Regieanweisungen etwas ungewohnt, woran man sich jedoch schnell gewöhnt hat und was auch nicht weiter stört. Das Gefühl, "Harry Potter" zu lesen und sich in die Welt hineinzuversetzen konnte bei mir leider nur auf manchen Seiten kurzzeitig geweckt werden. Auch die Tatsache, dass ich über 2 Monate gebraucht habe, um das Buch abzuschließen ist für mich kein Zeichen für anhaltende Spannung. Natürlich möchte man irgendwie wissen, wie es denn weitergeht, aber ich konnte das Buch (auch aufgrund der Logikfehler, siehe Handlung) ohne Probleme 2 Wochen unberührt liegen lassen.
3 / 5


Ein Buch, das zwar einen netten Ausflug in die Harry Potter - Welt ermöglicht, jedoch bei weitem nicht mit den Vorgängern mithalten kann. Die komplexe Handlung steht sich irgendwann selbst mit ihrer Vielschichtigkeit im Wege und die Charakterzüge der Personen erschienen mir teilweise zu entfremdet. Insgesamt hat es für mich leider mehr von einer FanFiction, als von einem würdigen Nachfolger.


Meine Bewertung:



Montag, 28. Dezember 2015

LAYERS - Ursula Poznanski

Dorian ist obdachlos, weggelaufen vor seinem gewalttätigen Vater. Er lebt auf der Straße - jedenfalls bis zu der Nacht, in der er blutverschmiert neben einem toten Jungen aufwacht, den er umgebracht zu haben scheint, ohne sich daran erinnern zu können. In genau dieser Nacht taucht plötzlich ein unbekannter Mann auf, der sich als Nico vorstellt und Dorian mit zu einer Organisation nimmt, die sich um obdachlose Jugendliche kümmert.

Der Vorfall wird vertuscht und Dorian findet sich in einer Villa wieder, in der neben ihm noch zahlreiche weitere Jugendliche leben. Alle haben dort Unterricht, bekommen gutes Essen und es scheint ihnen an nichts zu fehlen. Als einzige Gegenleistung für das Leben, nach dem sich die Obdachlosen wochenlang sehnten, sollen sie hin und wieder Aufträge für die Besitzer der Villa erledigen. In den ersten Wochen soll Dorian in der Stadt Flugblätter mit Spendenaufrufen verteilen, doch dann wird seine Aufgabe wesentlich merkwürdiger.

Er wird gebeten, einflussreichen Geschäftsmännern ein kleines Päckchen zu überbringen, welches ausschließlich der richtigen Person zu geben ist und dessen Inhalt ihm nicht verraten wird. Als Dorian bei einem dieser Männer jedoch versagt und es ihm nicht gelingt, das Päckchen abzugeben, wird er von seinen neuen Bekanntschaften aus der Villa rücksichtslos verfolgt und gejagt. Es beginnt eine rastlose Suche nach der Wahrheit und nach dem Preis, den alles im Leben hat.

Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Seiten: 445
Ausgabe: 2015
ISBN: 9783785582305
kaufen: buecher.de ~ thalia.de

Erster Satz: "Er befand sich noch im Halbschlaf, trotzdem spürte er genau, dass der Hauch, der sein Gesicht streifte, kein Wind war."

Buchtrailer:


Rezension:


Es ist wirklich schwer, bei diesem Buch nicht zu spoilern, aber ich versuche mein Bestes. ;)

Dorian ist ein schlauer 17-jähriger Teenager, bei dessen Familie leider ziemlich viel schief gelaufen ist, weshalb er auf der Straße lebt. Als er nach einem augenscheinlichen Mord von einem Mann namens Nico in die Villa einer Hilfsorganisation gebracht wird, erscheint das Leben zunächst so gut, wie lange nicht. Er findet Freunde unter den anderen Jugendlichen, der Leiter der Organisation scheint extrem freundlich zu sein und die einzigen Gegenleistungen, die für das Leben dort erwartet werden, sind zwar merkwürdige, aber keine schlimmen Aufträge.

Nach und nach beginnt das perfekte Antlitz von Dorians Aufenthaltsort jedoch etwas zu bröckeln. Wenn er sich in der Stadt aufhält wird er zunehmend von fremden Menschen angestarrt, die seinen Namen kennen, ohne dass er ihn ihnen jemals gesagt hätte. Hinzu kommt, dass die tatsächlichen Geschäfte, die die Organisation in riesigen Rechenzentren unternimmt, komplett geheimgehalten werden.

Dorian muss inzwischen kleine Päckchen, deren Inhalt streng geheim ist, an verschiedene Personen verteilen, ohne dass er seinen Namen nennen, deren Fragen beantworten oder das Päckchen selbst öffnen darf. Doch dann gibt es einen Zwischenfall und Dorian ist auf sich allein gestellt. Er hat zunächst keine Möglichkeit, in die Villa zurückzukehren, nicht einmal ihren Aufenthaltsort kennt er. Auf sich allein gestellt öffnet er nach ein paar Stunden das Päckchen, das er nicht abliefern konnte. Doch von da an wird er von seinen neuen Bekanntschaften erbarmungslos verfolgt, und steckt mitten in einer Jagd nach der Wahrheit, die sich unter vielen Schichten verbirgt.

Ich habe selten ein so spannendes Buch gelesen. Es hat mich so unglaublich gefesselt, dass ich gefühlt einen Puls von 350 hatte - mit Hintergrundradio und hell erleuchtetem Zimmer ;). Ursula Poznanski ist wirklich ein Genie, wenn es darum geht, die Spannung über die ganze Geschichte hinweg nie zu verlieren und schafft es auch diesmal, mit relativ wenigen Sätzen ein vollständiges Bild im Kopf des Lesers zu erschaffen.

Die Geschichte wird vor allem ab der Hälfte relativ komplex, weshalb mir die Auflösung am Ende auch ein kleines bisschen zu kurz vorkam. Das ist auch so ziemlich mein einziger Kritikpunkt, da der Plot zwar überraschend und durchdacht, aber eine meiner Fragen gerne etwas ausführlicher erklärt hätte werden können. Aber ich jammere hier eindeutig auf höchstem Niveau. Die Auflösung des Buches hat mich komplett überrumpelt, da man zu Beginn der Geschichte erstmal wenig versteht, dann denkt, es verstanden zu haben, und dann doch noch etwas anderes vor sich geht .Einige Charaktere legen in diesem Buch eine wirklich überraschende Verwandlung hin, doch es sind meist die, von denen man es nicht vermutet. "Layers" behandelt zudem auch das Thema neuer Technologien und welche Gefahren sie womöglich bergen, auf eine extrem spannende Art.

Für alle, die Bücher wie "EREBOS" von Ursula Poznanski kennen und lieben, ist dieses Buch ein absolutes MUSS! Und für alle, die noch nie etwas von ihr gelesen haben, auch. Kurzum: Ein unglaublich spannender, vielschichtiger Jugendthriller, der nicht nur Jugendliche komplett in ihren Bann ziehen wird. Absolute Leseempfehlung!

Meine Bewertung:

Spannung:  5/5
Schreibstil: 4/5
Idee: 4/5
Charaktere: 4/5
Aufmachung: 5/5

Dienstag, 21. Juli 2015

Llora por el amor: Weine aus Liebe ~ Jaliah J.



Bella ist in einer Gang aufgewachsen. Nicht in irgendeiner Gang -  in einer der größten von Puerto Rico. Schon früh hat sie gelernt, was in ihrer Familia streng verboten ist. Wie zum Beispiel das Gebiet der "Les Surenas" zu betreten, einer Gang, mit der ihre eigene Familia seit Jahrzehnten verfeindet ist. Doch dann lernt sie Paco kennen, der dummerweise Anführer ebendieser verfeindeten Familia ist, vor der sie immer gewarnt wurde. Obwohl die beiden versuchen, sich voneinander fernzuhalten, können sie nicht anders und verlieben sich ineinander. Es entsteht eine Liebe, die alles aufs Spiel setzt, was Bella und Paco etwas bedeutet und die von beiden Gangs auf keinen Fall geduldet werden kann.


Autor: Jaliah J.
Verlag: Books on Demand GmbH
Seiten: 197
Auflage: Mai 2013
ISBN: 9783842343696
kaufen: buecher.de ~ thalia.de

Erster Satz: "'Wie findest du den?'"

Rezension:
Das Buch habe ich von einer Freundin empfohlen bekommen (Huhu Judy! ;) ) und bin nun endlich dazu gekommen, es zu lesen. 
Zuerst erhält man einen Einblick in die grobe Familienstruktur und Bella's Leben in der Gang, die tatsächlich eher wie eine Familie wirkt. Von brutalen muskelbepackten Motorradgangstern, wie sie mir zuerst in den Sinn kamen, fehlt zunächst jede Spur. Bella's Cousins mögen vielleicht auf andere so wirken, aber da man das Ganze aus Bella's Sicht sieht, versteht man, dass das Gangleben noch viel mehr ist, z.B. Zusammenhalt und Zuneigung.
Bella hat schon früh gelernt, was es heißt, sich durchsetzen zu müssen und schleicht sich mutig ab und zu in eine Bibliothek... die im Gebiet der "Les Surenas" steht. Das das nicht immer gut gehen kann, sollte klar sein und letztendlich wird sie von Paco und ein paar anderen erwischt. Sie hat Glück und kommt knapp davon, doch spätestens jetzt ist dem Leser klar, wohin das Ganze führen wird.
So kommt es, dass Paco nun öfter "zufällig" in ihrem Alltag auf neutralen Plätzen, z.B. der Uni, auftaucht und die beiden entwickeln sehr starke Gefühle füreinander.
All ihre Bemühungen das zu verhindern schlagen fehl und es entsteht eine starke Liebe, die jedoch nicht sein darf.
Wer bei der Beschreibung an Romeo & Julia denken muss, hat Recht, denn es ist wirklich ziemlich ähnlich. Die Liebesgeschichte von Paco & Bella ist sehr mitreißend und hat typische Momente, in denen man als Leser dahinschmilzt, jedoch ging sie mir anfangs eventuell ein bisschen zu schnell. Wenn man die anfänglichen Szenen vielleicht noch auf ein paar mehr Seiten gestreckt hätte, fände ich es besser.


Die Geschichte ist schlüssig erzählt, der Schreibstil gut und ich wollte das Buch auch nicht mehr lange aus der Hand legen. Ab und an bin ich eine Zeit lang auch komplett in deren Liebesgeschichte eingetaucht, habe sogar ein paar kleine Tränen verdrückt. Die Gründe, weshalb es dennoch "nur" 3 Kekse von mir bekommt, sind einerseits, dass ich mir manchmal einfach zu sehr wie bei einer Geschichte vorgekommen bin. In ein paar kleinen Momenten trat hervor, dass das alles nur eine erfundene Story ist, z.B. auch aufgrund der oben erwähnten "Schnelligkeit" am Anfang. Andererseits gab es immer wieder Rechtschreib- und Grammatikfehler, die mich einfach genervt haben. Ansonsten ist eigentlich alles einfach "gut". Das Buch ist toll zu lesen und begeistert an manchen Stellen, aber es ist kein "Muss".

Meine Bewertung:


Spannung: 3/5

Schreibstil: 3/5
Idee: 3/5
Charaktere: 4/5
Aufmachung: 2/5

Donnerstag, 16. Juli 2015

neues Blogdesign

Hallo ihr Lesefreaks da draußen!
Wie ihr sehen könnt, habe ich das Design meines Blogs etwas überarbeitet. Wie findet ihr es? Ich freue mich über Meinungen. :)

Ein paar Infos:
  • Auch der Titel meines Blogs hat sich etwas verändert. Aus "Anonyme Lesefreaks" wurde "world of a bookaholic ♥".  Zu finden bleibt er jedoch unter der gewohnten Adresse. (http://anonyme-leserfreaks.blogspot.de)
  • Rechts am Rand (PC bzw. Tablet) seht ihr eine schwarze Leiste. Wenn ihr mit der Maus auf die verschiedenen Felder klickt, könnt ihr noch ein paar Dinge entdecken. :)
  • neues Bewertungssystem:
    Ich habe ein neues Bewertungssystem entwickelt! Mehr Infos dazu findet ihr hier bzw. oben in der entsprechenden Registerkarte.
  • Ich bin in letzter Zeit ziemlich lange nicht dazu gekommen, Bücher zu lesen bzw. Rezis zu schreiben, da ich durch Schule usw. einfach keine Zeit dafür gefunden habe.
    Das wird sich ab jetzt hoffentlich wieder ändern! :)
Schöne Sommertage!
Lisa :)

Freitag, 20. Februar 2015

Töchter des Mondes: Schicksalsschwestern (3) ~ Jessica Spotswood

Autor: Jessica Spotswood
Verlag: Egmont INK
Seiten: 384
Ausgabe: 15.01.15
ISBN: 9783863960261
kaufen: thalia.de ~ buecher.de


Es ist keine leichte Zeit für Cate: Durch ihre Schwester Maura hat sie gerade ihren Verlobten Finn verloren und die Hexen werden von der Bruderschaft schlimmer gejagt denn je. Währenddessen verbreitet sich ein ein gefährliches Fieber in der Stadt, welches droht, das Flussviertel und die vielen Menschen, die darin leben, zu vernichten.
Geplagt von ihrer Sehnsucht nach Finn und der Sorge um ihre Familie schließt sich Cate einer geheimen Widerstandsbewegung an, deren Ziel es ist, die uneingeschränkte Macht der Bruderschaft einzudämmen. Doch sogar innerhalb der Schwesternschaft lauern Gefahren und Cate muss aufpassen, wem sie ihr Vertrauen schenkt. Ist nun etwa die Zeit gekommen, dass sich die alte Prophezeiung über die Cahill-Schwestern erfüllt?


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Erster Satz: "Brenna tanzt die Marmorstufen zur Eingangstür hinauf, und ich folge ihr."

Endlich ist er da - der dritte und letzte Band der "Töchter des Mondes"-Reihe. Von den ersten beiden Büchern war ich extrem positiv überrascht und somit hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an Band 3... die auch erfüllt wurden.

Es gibt keine Buchreihe, deren Cliffhanger mein Herz derart gebrochen haben, wie "Töchter des Mondes". Sowohl Band 1 als auch Band 2 rammten mir in letzter Sekunde doch noch das Messer in den Rücken, gerade in dem Moment, in dem man denkt, es wird alles gut. Aber zum dritten Band:
"Schicksalsschwestern" holt den Leser genau da wieder ab, wo der zweite Teil ihn verlassen hat und man startet mit den gleichen gemischten Gefühlen (Hass, Trauer, Wut, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit? ;) ) in die Fortsetzung.

Cate hat in "Schicksalsschwestern" mit viel mehr zu kämpfen als in den Vorgängerbänden. Öffentliche Hexenhinrichtungen werden wieder eingeführt und ein schreckliches Fieber verbreitet sich unter der Bevölkerung, wofür die Hexen verantwortlich gemacht werden. Kurzum: Die Schwesternschaft, der neben Cate und ihren beiden Schwestern Maura und Tess noch viele andere Hexen angehören, lebt gefährlicher als je zuvor.
Doch auch andere Geschehnisse machen es für Cate zur Herausforderung, ihre beiden Schwestern zu beschützen. Seit Maura Finn's Gedächtnis an Cate gelöscht hat und diese ihr das nicht verzeihen kann, wendet sich Maura immer mehr den Anführern der Schwesternschaft zu und merkt dabei gar nicht, wie sehr sie von ihnen manipuliert wird. Tess dagegen wird von schrecklichen Albträumen und Visionen heimgesucht und letztendlich entfernen sich die drei Schwestern immer weiter voneinander. Ist es möglich, dass sich die Prophezeiung, wonach eine der drei Schwestern eine andere tötet, tatsächlich erfüllt?
Für Cate beginnt eine schwere Zeit voller Sorge, Intrigen und dem Kampf, den Menschen, die sie liebt, eine friedliche Zukunft zu ermöglichen.

Während Cate sich nicht viel verändert, verwandeln sich Maura und Tess in diesem Buch extrem. Ihre Charaktere werden viel facettenreicher und man merkt, dass sie selbst älter werden und eigene, folgenschwere Entscheidungen über ihre Zukunft treffen. Auch die Prophezeiung macht ihnen immer mehr zu schaffen, denn sie wissen, dass auch diese sich irgendwann erfüllen wird. Wie das geschieht, hat allerdings für einen ziemlichen Überraschungsmoment bei mir gesorgt.

Finn hat zwar keine Erinnerung mehr an seine Liebe zu Cate, aber er weiß, dass ihm etwas fehlt. Da die beiden nicht immer nur eine Liebesbeziehung verbunden hat, wendet er sich deshalb ratlos als Freund an sie - und bringt sie in ziemliche Erklärungsnot. Die beiden nähern sich auf eine süße Weise langsam wieder an und als Leser darf man miterleben, wie sie sich erneut ineinander verlieben.

"Töchter des Mondes" hat es auch im Finalband wieder einmal geschafft, mich ans Buch zu fesseln, aber nicht nur durch Spannung, sondern durch die Gefühle, die durch die Handlung hervorgerufen werden. Man fiebert mit Cate mit, spürt ihre Verzweiflung und Liebe zu Finn und ihrer Familie. Das ist es letztendlich auch, was das Buch am Leben hält und ihm den Charme verleiht, der es ausmacht. Meine hohen Erwartungen wurden absolut erfüllt.


"Schicksalsschwestern" ist der Abschluss einer zauberhaften Trilogie, die durch eine spannende Handlung mit vielen magischen Momenten, Intrigen und einer unvergleichlich romantischen Liebesgeschichte überzeugt. Perfekt, um jedes Leserinnenherz höher schlagen zu lassen.


Vielen lieben Dank an Egmont INK für die Unterstützung!

Montag, 29. Dezember 2014

delirium ~ Lauren Oliver

Autor: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen
Seiten: 409
Ausgabe: Dezember 2013
ISBN: 978 3 551 31301 0
kaufen: thalia.de ~ buecher.de


Wir befinden uns in Portland, viele Jahre in der Zukunft. Wissenschaftler haben die Liebe als schlimme Krankheit diagnostiziert. Als Schwäche, Unglück und Schande. Deshalb müssen sich alle Menschen ab 18 Jahren einem Eingriff unterziehen, der sie immun macht und heilt, so dass sie sich nie wieder verlieben, einem Partner zugewiesen werden und ein geregeltes Leben führen können. Alle Einwohner, die Symptome der „amor deliria nervosa“ zeigen, zu viel lachen oder mit Jungen in zu dichtem Kontakt stehen, werden verhaftet.
Lena ist 17 und wurde zur Angst vor der „Deliria“ erzogen, sie kann die paar Wochen bis zu ihrem Eingriff kaum noch erwarten. Doch dann tritt Alex in ihr Leben und die beiden verlieben sich in einer Welt, in der genau das verboten ist. Mit ihren Gefühlen für Alex wächst auch der Zweifel an der erzwungenen Heilung, das emotionslose Leben ihrer Familie scheint ihr nicht mehr sicher, sondern beängstigend. Warum sollte das, was sie bei Alex fühlt, schlecht sein? Es beginnt ein Kampf um Freiheit und Liebe.

Erster Satz: "Es ist jetzt vierundsechzig Jahre her, dass der Präsident und das Konsortium die Liebe als Krankheit identifiziert haben, und vor dreiundvierzig Jahren haben die Wissenschaftler ein Heilmittel dagegen entwickelt."

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Es hat lange gebraucht, bis ich mich an das Buch herangewagt habe. Ich hatte schon seit seinem Erscheinen davon gehört, konnte mich aber einfach nicht heranwagen, vielleicht auch, weil das Cover mich nicht besonders angesprochen hat. Da das bei „Legend“ jedoch genauso war und es sich letztendlich als wahrer Goldschatz entpuppt hat, musste ich mir auch zu „delirium“ mal eine Meinung bilden – und ich war wirklich überrascht.
Am Anfang des Buches befindet sich Lena genau 95 Tage vor ihrem Eingriff. Dann wird sie geheilt sein, immun gegen die Krankheit „Liebe“. Damit ihr ein Partner zugewiesen werden kann, steht ihr aber zunächst die Evaluierung bevor, eine Art Test, bei der sie Fragen zu sich selbst beantworten muss. Genau während ihrer Evaluierung gibt es einen Zwischenfall in den Labors, in denen Lena sich befindet. Es sollen Invaliden dahinter stecken, eine kleine Randgruppe, die Widerstand gegen das erzwungene Heilmittel leisten.

Als sie Alex kennenlernt weiß sie nicht, dass auch er zu den Invaliden gehört. Obwohl Lena immer davor gewarnt wurde, kann sie es nicht aufhalten und verliebt sich schließlich in ihn. In einer Welt, in der die Liebe streng verboten ist, eine sehr gefährliche Angelegenheit. Außerdem rückt auch der Termin ihres Eingriffes immer näher. Kann die Liebe wirklich so schlecht und gefährlich sein, wie alle sagen?
Man braucht, wie bei jeder Geschichte, natürlich ein paar Seiten, um sich in der Situation zurechtzufinden, aber dann war ich wirklich positiv überrascht. Das Buch hat eine spannende Hintergrundidee, die sehr detailreich eingebaut ist. Man kann durchaus teilweise verstehen, weshalb die Leute die Liebe als Krankheit sehen, als Leser ertappt man sich am Anfang selbst ab und zu davon, wie man sich Lenas Sicht der Dinge anpasst.

Doch dann tritt mit Alex natürlich die typische wundervolle männliche Hauptfigur auf. Und obwohl Lena sich zu Beginn wehrt, entwickelt sich eine wirklich romantische Liebesgeschichte, die natürlich auch nicht auf Dauer unbemerkt bleiben kann. Ich musste auf der letzten Seite sogar ein paar Tränen vergießen (LAUREN OLIVER, WIE KONNTEST DU NUR?!).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „delirium“ ein wirklich gutes Buch ist, was ich nicht gedacht hätte. Spannend, traurig, romantisch, faszinierend, teilweise schockierend – es hat alles, was es braucht, um jedes Leserherz höher schlagen zu lassen.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Marmorkuss ~ Jennifer Benkau

Autor: Jennifer Benkau
Verlag: script5
Seiten: 430
Ausgabe: 1. Auflage 2014
ISBN: 978 3 8390 0166 0
kaufen: thalia.de ~ buecher.de


Jarno hat nur einen Wunsch: Erfolgreicher Fotograph zu werden. Die Kamera und das Talent dafür hat er schon, jedoch läuft alles nicht so ganz  seinem Plan. Er bekommt sein Leben nicht so ganz auf die Reihe, verdnachient sein einziges Geld damit, Pizzas auszuliefern. Als er sich unbewusst auf schiefe Machenschaften einlässt, verliert er letztendlich genau das, was seine einzige Hoffnung auf eine bessere Zukunft war: Seine geliebte Kamera.
Am Tiefpunkt seines Lebens angelangt, stößt er durch Zufall in einer verlassenen Villa auf eine wunderschöne Marmorstatue, die sein Leben verändern wird. Fasziniert verbringt er viele Stunden bei dem geheimnisvollen Mädchen, das so lebendig wirkt unter dem Stein, betrinkt sich und küsst sie schließlich.
Von da an ist die Statue weg - und ein verwirrtes Mädchen namens Klara erscheint. Sie stammt aus einer anderen Zeit und ist auf der Flucht vor der Person, die sie in Stein verwandelt hat.
Obwohl sie so unterschiedlich sind, verlieben sich Jarno und Klara ineinander und zeigen, dass Liebe stärker ist als jeder böse Zauber.

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Erster Satz: "Pisseflecken an grauer Betonwand."

Wir alle kennen Dornröschen, das Märchen von einem Mädchen, das 100 Jahre schläft und schließlich von einem Prinzen wachgeküsst wird.
In "Marmorkuss" wird diese Geschichte wundervoll neu erzählt.

Jarno ist ein interessanter und untypischer Protagonist. Er ist ein eigentlich total liebenswerter Kerl, der einfach nur Pech im Leben hat und versucht, das Richtige zu tun. Mit seiner Kamera verliert er auch seinen Halt im Leben, den er schließlich erst durch Klara wiederfindet.

Klara kommt aus einem früheren Jahrhundert und muss sich mit Hilfe von Jarno im Jahr 2014 zurechtfinden. Sie leidet außerdem unter Angst vor der Zauberin, die sie vor langer Zeit versteinert hat. Durch Klara verändert sich Jarno, die beiden wachsen zusammen und entwickeln eine tiefe Verbundenheit, die romantischer nicht sein könnte.
Als sich herausstellt, dass eben genannte Zauberin, Elise, noch existiert und auf der Jagd nach Klara ist, wird diese Liebe jedoch hart auf die Probe gestellt.

Jennifer Benkau zählt seit "Himmelsfern" zu einer meiner Lieblingsautorinnen, da sie einen ganz eigenen Schreibstil hat, der den Leser verzaubert und nicht mehr loslässt. So auch in "Marmorkuss". Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt, aber ich hatte beim Lesen das Gefühl, als würden sich die Worte wie eine Decke über mich legen und den Rest der Welt aussperren.

Die Kapitel sind teilweise aus der Sicht von Jarno und aus der Sicht von Klara geschrieben, was am Anfang etwas verwirrend ist, da der Leser somit auch zwischen den verschiedenen Zeiten hin- und herspringt. Nach kurzer Zeit gefiel mir das aber total, da die Überleitungen darin bestehen, dass ein Satz nach der Hälfte aufhört und aus der Sicht des anderen weitergeführt wird - oft in völlig anderem Zusammenhang. Es stellt eine Abwechslung zu anderen Büchern dar, die sich stur an ein Raster halten.

Ich liebe dieses Buch. Jennifer Benkau hat genau die richtige Mischung zwischen Realität & Märchen, Romantik & Kitsch und Spannung & Entspannung gefunden, sodass man nicht mehr von dem Buch loskommt. Man wird mit jedem Wort unbewusst immer mehr hineingesogen, bis man schließlich nach gefühlt wenigen Minuten verzaubert die letzte Seite umblättert. Perfektes Buch für kalte Wintertage und Schneeflocken vor dem Fenster!

Vielen lieben Dank an script5 für die Unterstützung!

Lieblingszitat: "Sein Blick war ernst, drang tief in sie und erreichte dort irgendetwas, das dazu führte, dass ihr trotz der Kälte warm in der Brust wurde. 'Ich habe das Gefühl, dass es keine Magie gab, solange du geschlafen hast. Sie ist mit dir wieder aufgewacht.' Und Klara musste lächeln, statt sich von seinen Worten bedroht zu fühlen." (S. 265)